Marburger Konzentrationstraining

Das Marburger Konzentrationstraining des Schulpsychologen Dieter Krowatschek ist ein Programm, in dem Kinder in Kleingruppen lernen, Aufgaben mithilfe der Selbstinstruktion auszuführen. Des Weiteren werden verschiedene Entspannungsverfahren kennengelernt und Spiele zur Wahrnehmungsförderung angeboten.

Einsatzbereich des MKT bei:
  • Vorschulkindern und Schulkindern
  • Jugendlichen
Dauer und Intensität:
  • 10 Einheiten zu je 60 Minuten 
  • Gruppengröße: 3 bis 8 Kinder
  • inklusive 1 Elternabend

Anwendung des MKT bei

Symbol Anamnesebogen in türkis-blau
  • mangelnder Selbststeuerung
  • erschwertem Regellernen
  • mangelnder Wahrnehmung der Grenzen anderer
  • geringem Selbstbewusstsein

Was sind die Ziele des MKT?

Symbol Zielscheibe mit Pfeil in türkis-blau
  • Erhöhung der Selbststeuerung und Selbstständigkeit bei der Aufgabenbearbeitung
  • größere Motivation durch erfolgreiches Bearbeiten von Aufgaben und angemessener Umgang mit Fehlern
  • Erhöhung der Selbstakzeptanz
  • positive Veränderung durch intensiven Kontakt zu Eltern und Schule

Neurofeedback

Neurofeedback ist eine weltweit eingesetzte, wissenschaftlich fundierte Methode zur Messung und Verbesserung der Gehirnaktivität. Sie basiert auf neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung, dass sich bestimmte Verhaltensmuster immer auf dieselben Gehirnwellenmuster zurückführen lassen. Die Hirnaktivität, normalerweise über unsere Sinne nicht wahrnehmbar, kann durch Messgeräte sichtbar gemacht werden. Das computergestützte Neurofeedback trainiert therapeutisch verschiedene Leistungen des menschlichen Gehirns auf der Basis der im EEG (Elektroenzephalogramm) messbaren elektrischen Hirnaktivität.


Wie funktioniert Neurofeedback?
Bei einer Sitzung werden am Kopf des Probanden drei bis fünf Elektroden befestigt, die die Hirnströme aufnehmen. Auf dem Monitor eines Computers können diese Messungen sichtbar gemacht werden. Der Proband sieht außerdem verschiedene Animationen, die ihm positive Veränderungen seiner Hirnaktivität sofort direkt sichtbar oder auch hörbar zurückmelden (Feedback). Der Proband lernt durch diese Erfolgsmeldungen, die verbesserte Hirnaktivität immer schneller und anhaltender zu erreichen. Dem Gehirn werden dabei keinerlei elektrische Impulse zugeführt, es wird ausschließlich die augenblickliche Hirnaktivität gemessen und zurückgemeldet. Neurofeedback beinhaltet im Kern Elemente der operanten und klassischen Konditionierung.

Wie lange dauert eine Sitzung?

Die Sitzungen dauern mit allen Vorbereitungen ca. 60 Minuten.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Im Regelfall ist von 20 bis 40 Sitzungen auszugehen. Die Vorgabe für eine Beendigung der Therapie ist eine messbare Verbesserung der elektrischen Hirnaktivität verbunden mit Verbesserungen der zugrundeliegenden Problematik. 


Kann Neurofeedback Medikamente (z. B. Ritalin®) ersetzen?
Die wissenschaftlichen Untersuchungen sagen eindeutig "Ja". Die Praxis sieht manchmal noch anders aus. Trotzdem ist eine Tendenz zu einer Verringerung bzw. Absetzung einer Medikation in sehr vielen Fällen gegeben.


Wie lange hält die Wirkung einer Neurofeedbacktherapie bzw. eines Neurofeedbacktrainings an?

Neurofeedback gleicht einem längerfristigen Lernprozess, ähnlich dem Schwimmen oder Fahrradfahren. Das Gehirn verändert seine Aktivitätsmuster nachhaltig. Studien konnten die Effekte in umfangreichen Untersuchungen auch noch deutlich nach sechs Monaten zeigen. (z. B.: AD(H)S und Neurofeedback, Dissertation: Ulrike Leins, Tübingen, 2004)


Ab welchem Alter ist Neurofeedback möglich?
Eine strikte Altersgrenze wird nicht gezogen. Gängig ist zurzeit der Schuleintritt als Mindestalter. Individuell kann man auch mit jüngeren Kindern einen Versuch machen. Ein Höchstalter gibt es nicht, gerade ältere Menschen mit nachlassenden geistigen Fähigkeiten können vom Neurofeedback profitieren.

Ist es sinnvoll, noch als Erwachsener ein Neurofeedback-Training zu beginnen?

Besonders im Erwachsenenalter kann es sinnvoll sein, seine Konzentrationsleistung zu verbessern. Es gibt Untersuchungen, die
eine Verbesserung der Lern- und Merkfähigkeit bei Neurofeedback gezeigt haben. (z. B.: Angelakis et al., 2007, Gruzelier et al., 2006) In folgenden Bereichen wird Neurofeedback eingesetzt
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Konzentrations- und Lernschwierigkeiten
  • Schlafstörungen


Anwendungsbereiche zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten sind unter anderem:
  • Steigerung der Entspannungsfähigkeit
  • Erhöhung der Stresstoleranz
  • Training von Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Meditation
  • Kontrolle von Entspannungstechniken


Erhöhung der Aufnahmefähigkeit Quelle:

Ergotherapie

Neurofeedbackbehandlungen lassen sich  gut mit Ergotherapien ergänzen.  

Neurofeedback bei AD(H)S und anderen Störungsbildern

AD(H)S ist eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung. Sie stellt im Kindesalter die häufigste seelische Störung dar. Man geht davon aus, dass insgesamt vier bis sieben Prozent der Kinder betroffen sind. AD(H)S hat viele Symptome und Auffälligkeiten. Die Kennzeichen der Störung können bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt sein und liegen überwiegend in drei Bereichen:


Aufmerksamkeitsdefizit
  • z. B.: leicht ablenkbar, Tagträumerei, mangelndes Durchhaltevermögen, extreme Vergesslichkeit


Impulsivität
  • z. B: Impulsivität mit spontanem Handeln, ohne vorher nachzudenken, mangelnde Selbststeuerung, niedrige Frustrationstoleranz, Schwierigkeiten, planvoll zu handeln und sich selbst zu organisieren

Hyperaktivität

  • z. B.: zappelig, nicht ruhig sitzen können, oft Stimulationen im Gesicht und am Körper (z. B.: kratzen oder streicheln)

Neben diesen drei Kernsymptomen treten häufig weitere Erkrankungen wie Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche oder Tic-Störungen auf.Seit einigen Jahren wird deutlich, dass ein als Kind Betroffener auch noch im Erwachsenenalter deutliche Symptome zeigen kann, wobei er in seiner Lebensgestaltung und in der Bewältigung des Alltags erheblich beeinträchtigt wird. Allerdings erfolgt meist ein Symptomwandel, wodurch oft komplexere Krankheitsbilder entstehen, zum Beispiel allgemeine Leistungsschwäche, Desorganisation, Ängste und Depressionen.Heute sehen Wissenschaftler als Hauptursache eine genetisch bedingte zentrale Regulationsstörung im Frontalhirn. Die Informationsverarbeitung zwischen verschiedenen Arealen im Gehirn ist gestört. Es besteht zwischen den Aktivitätsmustern im Gehirn und unserem Verhalten (Erregungs-, Entspannungs- und Konzentrationszuständen) ein direkter Zusammenhang. Neurofeedback setzt somit direkt an der Ursache an. Neurofeedback hilft, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme sinnvoll zu behandeln. Eine moderne medizinische Software wertet das EEG aus und liefert ein durch den Therapeuten reguliertes Feedback für den Patienten. 

Neurofeedback

Wie funktioniert das Verfahren?

Die mentale Aktivität ist mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) messbar. Auf einem PC mit entsprechender Software werden dem Therapeuten die ermittelten Daten in Echtzeit angezeigt. Der Trainierende sieht am eigenen Monitor eine vereinfachte Darstellung seiner Hirnaktivität. Bei einer gewünschten positiven Veränderung seiner Gehirnaktivität bekommt er über seinen Monitor eine direkte Rückmeldung (engl. Feedback).
Durch dieses optische und auch akustische Feedback lernt der Trainierende die gezielte Selbstregulation seiner Gehirnaktivität. Langfristig lernt er, seine Erregungs- und Entspannungszustände sowie die Konzentrationsfähigkeit besser zu kontrollieren.

Die Wirksamkeit von Neurofeedback in der AD(H)S Therapie wurde in zahlreichen klinischen Studien belegt. Zum Beispiel bescheinigte 2009 die Metaanalyse von Arns et. al* dem Neurofeedbackverfahren bei AD(H)S die höchste mögliche Wertung „effektiv und spezifisch". 2011 wurde die multizentrische, randomisierte Studie von von Holger Gevensleben und weiteren Forschern von der Zeitschrift „European Child Er Adolescent Psychiatry" als beste AD(H)S-Forschungsarbeit des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Quelle: www.mindfield.de
www.akademie-neurofeedback.de